Archiv für 9. November 2009
Kassensysteme - Gliederungstechniken von Texten in der Benutzerdokumentation
Je nach Aufgabenstellung und Produktfunktionen arbeiten Technisch Redakteure mit verschiedenen Gliederungstechniken von Texten in der Benutzerdokumentation eines Kassensystems. Jede Gliederungstechnik präsentiert dem Benutzer das Kassensystem aus einem speziellen ,,Blickwinkel”: Entweder bestimmen das Kassensystem und seine Funktionen den Aufbau des Benutzerdokumentation. Ein anderer Ansatz wären die Handlungen am Kassensystem selbst, beziehungsweise die Erwartungen des Benutzers, zum Aufbau der Dokumentation. Folgende vier Ansätze sind zu unterscheiden:
• Der produktorientierte Ansatz
• Der aufgabenorientierte Ansatz
• Der benutzerorientierte Ansatz
• Der erwartungsorientierte Ansatz
Der produktorientierte Ansatz beim Kassensystem
Die produktorientierte Gliederungstechnik geht vom Kassensystem und seinen Komponenten aus. Bei dieser Gliederungstechnik liegt der Blickwinkel auf dem Produkt und seinen Komponenten. Bei komplexeren Produkten wie einem Kassensystem ist das Suchen nach einer Information innerhalb der Dokumentation äußerst zeitaufwendig und mühsam. Wie jede Gliederungstechnik muss der produktorientierte Ansatz eingesetzt werden, wo er sinnvoll ist: bei Stücklisten, Ersatzteilkatalogen und Kommandoregistern. Höhere Anforderungen werden an den Technikredakteur gestellt, wenn Entwicklerdokumentation, die in der Regel produktorientiert aufgebaut ist, auf die Bedürfnisse des Benutzers ,,umgestrickt” werden muss. Produktorientierte Überschriften erkennt man daran, dass sie oft kurz sind und aus einem Substantiv (mit oder ohne Artikel) bestehen, das den Komponentennamen bezeichnet.
Der aufgabenorientierte Ansatz
Bei dieser Gliederungstechnik liegt der Blickwinkel auf den Aufgaben, die mit Hilfe der Kassensysteme bewältigt werden können. Bei diesem Ansatz muss der Benutzer in der Lage sein, abschätzen zu können, für welche Aufgaben sich das Kassensystem eignet. Falls die Zielgruppe diese Voraussetzung nicht mitbringt, sind Auflistungen der einzelnen Aufgaben, die übergeordneten Aufgabenstellungen zugeordnet werden, hilfreich. Über den aufgabenorientierten Ansatz lässt sich ein schneller Einstieg in die Dokumentation und in das Produkt finden, da der Benutzer des Kassensystems nach den Aufgaben sucht, die er oder sie mit Hilfe der Dokumentation lösen will. Aufgabenorientierte Überschriften erkennt man daran, dass sie aus einer Kombination aus Subjekt und (aussagekräftigem) Verb bestehen.
Der benutzerorientierte Ansatz
Bei dieser Gliederungstechnik liegt der Blickwinkel auf der Chronologie der Handlungen, die der Benutzer des RegisrierKassensystems ausführen muss. Bei diesem Ansatz wird der Benutzer mit Hilfe von Anweisungsketten Schritt für Schritt in das Produkt eingeführt. Die Handlungsanweisungen sind dabei streng chronologisch aufgelistet, und zwar in genau der Reihenfolge, in der der Benutzer des Kassensystems die Handlungen ausführen muss (ohne ,,vorher” ,,nachher”). Benutzerorientierte Überschriften erkennt man daran, dass sie wie aufgabenorientierte Überschriften aus einer Kombination aus Subjekt und (aussagekräftigem) Verb bestehen. Häufig steht das Verb im Imperativ mit Benutzeransprache ,,Sie” (z. B. ,,Geben Sie den Tag ein.”).
Der erwartungsorientierte Ansatz
Bei dieser Gliederungstechnik liegt der Blickwinkel auf der Erwartungshaltung des Benutzers des Registrierkassensystems. Den Aufbau der Dokumentation bestimmt die zentrale Frage: Wo und in welchem Zusammenhang sucht der Benutzer des Kassensystems die gewünschte Information? Falls das Produkt so konzipiert ist, dass die für den Benutzer naheliegende Reihenfolge nicht eingehalten werden kann, so handelt es sich um ein Problem des Produkt-Designs, das wie so oft dann in der Dokumentation deutlich zu sehen ist. Der erwartungsorientierte Ansatz bedeutet also konkret, dass der Aufbau der Dokumentation von einem Kassensystem berücksichtigt, was die Zielgruppe erfahrungsgemäß wo sucht. So sollten die wichtigsten und am häufigsten gebrauchten Aufgaben/Funktionen zuerst beschrieben werden. Genauso müssen Sicherheitshinweise immer am Anfang der Dokumentation der Kassensysteme stehen, während technische Daten und Problemlöseregister in der Regel gegen Ende erwartet werden.
Wenn die vorgestellten Gliederungsansätze gezielt und funktional eingesetzt werden, wird der Aufbau der Dokumentation für den Benutzer transparenter. Dabei wird jede Dokumentation immer eine Mischform der vier beschriebenen Ansätze sein.
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